Event Date: 17. April 2018 to 29. April 2018
Event Time: 18:00

Start Wien – Das Jugendcollege

Inklusion Ausstellung

Kunst macht Unsichtbares sichtbar.

Das Hauptthema des neuen Projektes des Jugend College ist Inklusion. Ziel ist es, dass sie sich durch Kunstausstellungen an der Gesellschaft beteiligen und ihre individuelle Geschichte mitteilen. Sie versuchen ihre Lebensgeschichte zu erzählen und sich sichtbar zu machen. Wir versuchen ihnen Kunstsprache beizubringen um Ausdrucksformen zu vermitteln.

Warum Inklusion? Der größte Wunsch von vielen Jugendlichen ist die Kontaktaufnahme zum österreichischen Publikum. Sie sprechen von einer unsichtbaren Distanz zwischen sich selbst und den Österreichern. Sie fühlen sich nicht als ein Teil dieser Gesellschaft. Sie fühlen sich fremd und ausgeschlossen. Inklusion in der Gesellschaft ist eine wichtige, spürbare Notwendigkeit in ihrem Leben. Sie wollen sich „normal“ fühlen. Inklusion beschreibt dabei die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Normal ist vielmehr die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden. Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen, vielmehr ist es die Gesellschaft, die Strukturen schafft, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf ihre eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können.

Eine Kunstausstellung zum Thema Inklusion könnte als Brücke dienen. Die Jugendlichen können sich durch ihre Kunst vorstellen. Was sie nicht wirklich erzählen können, zeigen sie in ihren Kunstwerken. Sie haben sehr jung, sehr viel auf dieser Welt erlebt. Krieg, Flucht, Trennung, Tod, und nicht weniger herausfordernd, fremd sein. Die Forderung nach sozialer Inklusion ist verwirklicht, wenn jeder Mensch in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben oder teilzunehmen.

Die Jugendlichen versuchen durch die Kunst ihr eigenes „Ich“ wiederzuentdecken. Erst dadurch können sie „die Anderen“ auch erkennen und verstehen lernen. Sie werden dabei unterstützt, ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Identitäten wahrzunehmen und auszudrücken. Selbst Porträt, Merkmale von zuhause und ihre Lebensgeschichte durch Krieg und Fluchtwege sind die Hauptthemen, die im Unterricht behandelt werden.

Der Weg zur Integration durch die künstlerische „Selbst- und Fremderkennung“ wird klarer. Diese Ausstellung zeigt individuelle Versuche von Jugendlichen diesen Weg zu begehen. Sie sind noch am Weg, um sich selbst zu finden, in unserer Gesellschaft anzukommen und sich zu integrieren. Unsere Aufgabe ist, Raum zu schaffen um sie zu inkludieren. Inklusion ist nicht nur Flüchtlinge und Asylbewerber erst in eigens für sie eingerichteten Heimen unterzubringen, sondern die Aufgabe unserer Gesellschaft ist es, ihnen gleiche Chancen zu bieten. Wir können ihre Lebensgeschichte durch ihre Kunstwerke sehen und wahrnehmen und einen Teil für gegenseitige Inklusion leisten.

Das Jugend College der Quellenstraße präsentiert Kunstwerke (Bilder und Objekte), die im Zeitraum zwischen Sep. 2017 – März. 2018 im Unterrichtsfach „Kreativität und Gestaltung“ geschaffen worden sind.

Laleh Monsef