Event Date: 15. September 2017

15.09.2017 – 19:30
Eintritt: 8€

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Andrea Czesienski beleuchtet die bewegten letzten Tage eines Menschen in Uniform, der dabei ist seine Welt zu verlieren. Eine Entblößung von Mauern bis an die Schmerzgrenze.

Die bewegten Tage des Jahres 1989, Montagsdemonstrationen in Leipzig, der Mauerfall in Berlin, die letzten Tage der DDR. Für viele Tage der Befreiung, Tage der Hoffnung. Doch was wenn dein Leben von der Mauer geprägt war, was wenn alles woran du geglaubt hast, was du unter Einsatz deines Lebens bewacht hast in diesen Tagen zu Ende geht. Wie haben sich die Menschen gefühlt die an die DDR geglaubt haben, die nichts anderes kannten als Ostberlin und Mauer?

1989 stellte die Menschen vor viele Fragen, Hoffnung auf der einen Seite, Sorgen und Angst vor der Zukunft auf der anderen.

Andrea Czesienski stellt sich in “Amok oder Koma sein” diesen Fragen: Wie hat einer gedacht der an der Mauer Dienst geschoben hat, was waren seine Fragen, seine Ängste, was mag er gedacht haben in den letzten Tagen an der Mauer, den letzten Tagen in Uniform.

Geschrieben in eben diesen bewegten Tagen des Novembers 89 zeigt “Amok oder Koma sein” die andere Seite der Wiedervereinigung; Angst, Zweifel und Auflehnung. Wir begegnen einem Grenzsoldaten der sich weigert seinen Turm zu verlassen, der sich nicht damit abfinden will das alles zu Ende geht, wir kommen ins Gespräch mit einem, der auf der Verliererseite der Geschichte steht und bekommen einen packenden Einblick in seine Gedanken, seine inneren Verhandlungen.
Atmosphärisch dicht, jeder Satz scharf und pointiert nimmt uns der Grenzsoldat mit in die Seele eines Landes, in dem nicht alle gegen das “System” waren, nimmt uns mit in die Träume von einem, der als kleines Rad für dieses System stand und nun alles zerfallen sieht. Wird er sich damit abfinden?

Dramaturgie: Leopold Strasoldo
Produktionsleitung: Lea Pfeiffer
Körpertraining Roman: Nienhaus
Fotovideolicht Caspar: Thiel
Regie: Moritz Tonn

Am 14., 15. Und 16. September, jeweils um 19:30 im Schauraum des Spektakel.

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